Sonntag, 19. November 2017
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Hauptseite » F.A.Q. (Fragen. Antworten. Quintessenzen) » Es gäbe doktrinale Irrtümer in den Botschaften "Das Wahre Leben in Gott"
Vassula pan-christlich ? (Per Paul Ekström, Lizentiat in Theologie)
«Ein Bericht über den grundlegenden Unterschied
zwischen den pan-christlichen Bemühungen von Nicht-Katholiken anfangs dieses Jahrhunderts
- und dem Inhalt der Botschaften welche von Frau Rydén niedergeschrieben werden»


Man bemerkt einen beachtlichen Unterschied zwischen der englischen Version der Notifikation und derjenigen auf französisch. Im englischen Text endet der vierte Absatz des Dokuments mit den Worten: «... a kind of pan-Christian community, contrary to Catholic doctrine.[1]» Die französische Version übersetzt dagegen: «... une sorte de communauté pan-chrétienne, en opposition avec la doctrine chrétienne.»; «Catholic doctrine» und «doctrine chrétienne», ist nicht dasselbe! Der Text auf italienisch[2] (der Original-Version?) besagt: «una specie di communità pan-cristiana, in contrasto con la dottrina cattolica[3]». «La dottrina cattolica» bedeutet, in gutem Französisch «la doctrine catholique» (katholische Lehre) und nichts anderes. Währenddem man die offizielle französische Version liest, hat man den Eindruck, dass das Dokument zu verstehen geben möchte, dass Frau Vassula Rydén nicht einmal eine Christin sei!


Der Kontext in dem sich dieses Wort «pan-chrétien» (pan-christlich) befindet, zeigt gut auf, dass es sich um einen Punkt der katholischen Lehre handelt, um eine Frage bei der es sich um die Lehre handelt. Den einzigen lehrmässigen Text den ich kenne, in dem das Wort «pan-chrétien» («panchristiani») enthalten ist, findet sich an zwei Stellen in der Enzyklika von Pius XI. Mortalium animos aus dem Beginn des Jahres 1928 (AAS 20 [1928] pp. 7 et 12.
Diese Enzyklika ist auf eine Weise die Antwort der katholischen Kirche auf die Welt-Konferenzen von Stockholm (1925: Life and Work) und von Lausanne (1927: Faith and Order). Der grundsätzliche Vorwurf der Enzyklika ist die Illusion, die christliche Einheit realisieren zu wollen in dem man die Fragestellung der Wahrheit, des wahren Glaubens und der Wahrheit über die eine und einzigartige Kirche Christi una et unica Dei Ecclesia weglässt. (cf UR 3)[4].

Nun verlangen und prophezeien aber die Botschaften, welche von Frau Rydén niedergeschrieben werden - welche ich allesamt aufmerksam gelesen habe - die Einheit der Kirchen unter dem Papst und um den Papst herum, in der Fülle des orthodoxen, katholischen und apostolischen Glaubens (s. den römischen Kanon über die Heilige Messe: "una cum Papa nostro Ioanne Paulo... et omnibus orthodoxis, atque catholicae, et apostolicae fidei cultoribus"). Hier liegt der grundlegende Unterschied zwischen den pan-christlichen Bemühungen von Nicht-Katholiken seit Beginn dieses Jahrhunderts und dem Inhalt der Botschaften, welche (von Gott her gegeben werden und) durch Frau Rydén empfangen und niedergeschrieben werden, welche einen «maximalen» Ökumenismus und keinen «minimalen» Ökumenismus befürworten.


Der schwedische lutherische Erzbischof Söderblom, auf die Initiative der Konferenz von Stockholm, welche 1925 dort abgehalten wurde, hin - war unter den Ersten, welche das Wort «ökumenisch» im modernen Sinn von "activitates ad Christianorum unitatem fovendam»[5] (UR 4) benutzt haben. Dieser neuartige Gebrauch eines sehr alten Ausdrucks wurde in unseren Tagen vom Zweiten (Ökumenischen) Vatikanischen Konzil akzeptiert (s. ’Décr. de Oecumenismo’ Unitatis redintegratio [UR]: "Motus œcumenicus"[6] [art. 3, 41, "actio œcumenica"[7] [art. 4]). Zur Zeit der Enzyklika Mortalium animos wollte das Lehramt das Wort "ökumenisch", "Ökumene" nicht benützen, um die Arbeit für die Vereinigung der Kirchen zu bezeichnen, da es einen anderen Wortsinn hatte, den alten, welcher etabliert und aufgenommen war.
Für den Autor der Enzyklika von 1928, war der Ausdruck pan-christlich ein Synonym für «ökumenisch» im neuartigen Gebrauch von Dr. Söderblom. Die Bezeichnung «pan-christlich» hatte darüber hinaus eine deutlich abwertende Note im Mund und durch die Feder von Papst Pius XI., und dies aus gutem Grund, denn dieser unerschrockene hohe kirchliche Würdenträger beabsichtigte diese eine Idee des pan-Christianismus zu widerlegen, welche gegenüber der katholischen Lehre der vera unitate Ecclesia (Wahren Einheit der Kirche) in Opposition und Widerspruch steht.

Deshalb ist der Ausdruck «pan-christliche Gemeinschaft» («communità pan-cristiana») in der kürzlich herausgebrachten Notifikation ins Auge gesprungen. Weshalb hat der Redakteur diesen Ausdruck gebraucht, welcher seit langer Zeit schon veraltet ist?

Mehrmels warnen die Botschaften (von ’Das Wahre Leben in Gott"), welche durch Frau Rydén empfangen (und niedergeschrieben) werden, vor einem falschen Ökumenismus. Dieser Ausdruck entspricht der Bedeutung, welcher Mortalium animos der pan-christlichen Idee dieser Epoche bringt.

Per Paul Ekström[8], Licencié en Théologie,
Docteur ès Lettres honoris causa,
S-380 62 Mörbylånga, Suède,
6 novembre 1995
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