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Pater Christian Curty, Priester-Exorcist

Brief vom 28. Januar 1996 adressiert an Kardinal Ratzinger, von Pater Christian Curty, Priester-Exorcist für die Diözesen von Avignon und Marseille, Frankreich seinerzeit - und aktuell für Lion, Frankreich :

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P. Christian Curty

Eure Eminenz Herr Kardinal,

Erlauben Sie mir auf meinen vorherigen Brief an Sie, betreffend Frau Vassula Rydén zurückzukommen, da ich über den von der Heiligen Kongregation für die Glaubenslehre angewandten Ablauf in diesem Falle erstaunt und verblüfft bin.

Üblicherweise behandelt die Römische Kurie und besonders Ihre Heilige Kongregation diese Fälle mit sehr viel Respekt und Freundlichkeit den Personen gegenüber, die geprüft werden und in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Codex des Kanonischen Rechtes (besonders die Artikel 220 und 221) und wir werden uns immer über die überraschende Ausdauer und Geduld und das Feingefühl im Umgang besonders mit Fr. Schillebeeckx und Fr. Boff erinnern.

Doch im vorliegenden Fall, gerade wegen der Missachtung des Kanonischen Rechtes, ist es gewiss, dass der Geist des Evangeliums respektiert wurde? War es wirklich so dringend und waren da solch gravierende Gefahren für den Glauben und die Moral, um übliche Verfahren beiseite zu lassen um zu einem Urteil zu gelangen, welches einer Verurteilung des Glaubens, der Gemeinschaft mit der Kirche und den Schriften von Frau Rydén gleichkommt, ohne sie zuvor gewarnt zu haben (ist es wahr, dass sie von ihrer Verurteilung durch die Presse erfuhr?) und ohne ihr die Gelegenheit zu geben, ihren Fall zu verteidigen, und ohne die vielen katholischen Priester, die sie kennen und besonders ihren Geistlichen Begleiter, Fr. O’Carroll, zu befragen?

Als ein Exorzisten-Priester, war ich häufig dem Feind von Angesicht zu Angesicht ausgesetzt, dem wirklichen Anti-Christen und ich habe die schmerzhafte Gepflogenheit, aus dem Mund dieses Lügners und Rebellen „Botschaften“ zu hören, die keine Ähnlichkeit mit dem haben, was Frau Vassula Rydén empfängt.

Da ich auch ein Graphologe bin (mit einem Diplom), erfülle ich genau die „Bedingungen“ um das zu beurteilen, worauf sich die Notifikation bezieht und ich habe die Handschrift von Frau Rydén in den Botschaften genau geprüft,

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Antichrist

aber sie beinhalten kein automatischem Schreiben und sind in keiner Verbindung mit dem automatischen Schreiben oder dem Inhalt von Botschaften von Spiritualisten.

Die Botschaften Frau Rydén’s haben eine bemerkenswerte doktrinale Strenge, eine Einigkeit mit der Bibel und eine geistige Erhabenheit, die man nie in spiritualistischen ’Offenbarungen’ findet.

Abgesehen von der Persönlichkeit von Frau Rydén, und ihrem christlichen (orthodoxen) und moralischen Verhalten, worüber Fr. O’Carroll mit ihnen sprechen kann – und der Tatsache, dass sie sich strengstens an die Botschaften hält, die sie von Christus Selbst empfängt, erlauben sie mir, Ihnen meine Schlussfolgerungen zu unterbreiten:

Ich lasse absichtlich die Hypothese einer ausgeklügelten und perversen List beiseite; der Inhalt der Botschaften überschreitet die persönlichen Möglichkeiten (theologisch und literarisch) von Frau Rydén.

Bei allen gewöhnlichen Erscheinungsformen (mystisch oder krankhaft), gibt es drei Möglichkeiten, zur Unterscheidung :

  • DER TEUFLISCHE URSPRUNG : Das muss völlig verworfen werden! Weil der böse Geist nicht unentwegt die Stimme Christi imitieren oder mimisch nachmachen kann. Und der Ent-zweier würde nicht riskieren die geteilte Kirche einzuladen, sich in Einheit und unter dem Primat von „Petrus“ zu versöhnen und weitaus weniger muss ich die lebensnotwendige Wichtigkeit der Eucharistie betonen.
  • DER PSYCHISCH-ÜBERSINNLICHE URSPRUNG :
    • sei es: in einem paranormalen Zustand zu sein; – doch die Prüfung der „Modalitäten“ (Bibel, Hintergrund usw.) zeigt auf, dass es völlig an dem Phänomen eines Mediums oder der Ausübung von Trance vorbeigeht.
    • sei es: in einem Zustand des ’Unbewusstseins’ zu sein; dies würde eine ’Unbewusstheit’ voraussetzen, die die eines Oberbegriffs theologischer Intuitionen (die das Gedächtnis des Empfängers übersteigen) wäre, eine einträchtige andauernde und einwandfreie Logik. So etwas gab es nach meiner Logik nie. Um so mehr dass dieser unbewusste Zustand, weit davon entfernt, auf sich selbst zurückzufallen, andauernd auf ein mysteriöses Wesen hin offen bleibt. Eine solche Persönlichkeit stellt Frau Rydén, in keiner Weise dar - so gut wir Frau Rydén kennen, ganz im Gegenteil: Sie gleicht Christus und steht im Glauben der Kirche. Könnte das Unbewusste fähig sein, mit einer Beständigkeit ein solches architektonisches ’Konstrukt’ solch großer literarischer Schönheit und tiefgründiger theologischer Lehre hervorzubringen?
  • Da bleibt nur noch übrig: DER ÜBERSINNLICHE URSPRUNG . Die Logik drängt nahezu diese Schlussfolgerung auf (aus vielen Gründen, die ich hier nicht weiter entwickeln kann) und, ich füge hinzu, ich stehe voll für diese hier ein. Denn, wenn es wirklich darum geht, dass der Herr zu Seiner Kirche spricht, dann dürfen wir diese Botschaften nicht mit Geringschätzung und Gleichgültigkeit behandeln und uns mit einem schnellen und oberflächlichen Lesen zufrieden geben und noch weniger durch unsere Ablehnung, was wir dann auch zu verantworten haben.
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Paul VI

Diese Botschaften sind nicht auf die Person Vassula bezogen, sie ist lediglich das Werkzeug und die Botin, doch sind sie auf das Geheimnis des Glaubens und das Mysterium Ecclesiae bezogen. Im Herzen der Botschaft: Das Primat des „Petrus“, welches in Gefahr ist. Und Sie wissen, besser wie ich, um die dauernde und gefährliche Zunahme der Herausforderungen und um die Konfusion, welche den Leib der Kirche in Gefahr bringt. Dieses Wort, welches ’von Oben’ kommt, lädt uns beharrlich zur Versöhnung der ganzen Kirche ein, die Eins ist im Herzen Gottes, doch mit und durch die Jünger Christi gespalten ist. Eine Geste wird verlangt (so gewünscht von Paul VI), um zusammen, am gleichen Tag, das Pascha des Herrn zu feiern. Wenn wir diesen kleinen Schritt ausführen, wird der Herr das Übrige tun.

Ihre Heilige Kongregation dachte, dass sie eine Stellungnahme betreffend diesen Botschaften einnehmen müsste! Doch ist da eine Frage zu stellen! Wir, die Priester der katholischen Kirche (und Bischöfe, zahllose, ausserhalb Frankreichs), die an diese Botschaften geglaubt haben und glauben, dass sie aus dem Mund des Herrn stammen, sind wir wirklich im Irrtum? Sind wir gegenüber der Kirche ungehorsam, indem wir glauben, dass wir die Stimme des Meisters und des Hirten erkennen, Der uns zur Umkehr und Zur Einheit im Glauben aufruft, „damit die Menschheit glaubt“? Sind wir immer noch in Gemeinschaft mit der Kirche, wenn wir in diesen Schriften nicht einen Ruf zur „pan-christlichen Gemeinschaft“, sondern darin eine Einladung an die ganze Kirche, die in Stücke zerteilt ist, erkennen, um sich unter der Führung des ’Petrus’ zu vereinen? Außerdem, entschuldigen Sie dass ich es wage, würde es nicht nötig sein, eine Kommission zu benennen, um in gelassener und objektiver Weise die Schriften (veröffentlichte und unveröffentlichte) von Frau Rydén zu prüfen, die sie in aller Gerechtigkeit befragen würde? Es sind zu viele Christen, die durch die Notifikation Ihrer Heiligen Kongregation, die keine genauen Beweggründe für ihre Beurteilung abgibt, wirklich beunruhigt sind; dieses Urteil, das zutiefst ihr Zartgefühl für das Evangelium verletzt und ihren Glauben in Jesus Christus kränkt, dessen Stimme sie glauben aus diesen Botschaften zu vernehmen und immerzu glauben, darin Seine Stimme zu hören!

Deshalb, Eure Exzellenz, der Sie mein Vater im Glauben und mein Bruder in Christus sind; kniend vor dem Kreuz des Retters, der die Mächte der Hölle zerstört und der uns vor dem „Vater der Lügen“ rettet, sage ich ihnen: ES IST DER HERR! Mögen wir auf Ihn hören!

Als ein Sohn, der der Heiligen Kirche, meiner Mutter, gehorsam ist, die alleine die Worte des Ewigen Lebens besitzt, aber dennoch in meinem Herzen verwundet, vor diesem Bescheid, der meinen Glauben in Christus verletzt und den ich nicht verstehen kann,

P. Christian Curty
Priester-Exorcist
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