Montag, 20. November 2017
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In Bezug auf die Notifikation

1) Wozu verpflichtet uns eine Notifikation?

Die Notifikation vom 6. Oktober 1995, welche (Anmerkung der Übersetzung : Ununterzeichnet publiziert wurde) von der Kongregation für die Glaubenslehre (CDF) ausgesprochen wurde und am 25. Januar 2007 durch einen Brief des Kardinals William Levada, dem (seinerzeitigen) Präfekten des CDF bekräftigt wurde, sagt aus, dass die Botschaften von Das Wahre Leben in Gott nicht göttlichen Ursprungs seien und dass es sich um persönliche Meditationen handeln würde und nicht um Privatoffenbarung. In der ganzen Welt pflichten eine Anzahl erheblicher Prälaten (keine Unbedeutenden) dieser Ansicht nicht bei.

Gewiss, der Artikel 48 der apostolischen Konstitution der römischen Kurie "Pastor Bonus", welche durch den Heiligen Vater Johannes-Paul II. am 28. Juni 1988 verkündet wurde, sagt aus: " Die besondere Aufgabe der Kongregation für die Glaubenslehre ist es, die Lehre über Glaube und Sitten auf dem ganzen katholischen Erdkreis zu fördern und zu schützen; ferner kommt ihr alles zu, was diese Materie in irgendeiner Weise berührt. ".

2) Auch die Heiligen irr(t)en sich

Es geschieht, es ist geschehen, dass der CDF sich geirrt hat. Dass sie kompetent seien, impliziert nicht, dass diese Priester, welche die sogenannten übernatürlichen Phänomene beurteilen und die Lehre und die Sitten des Glaubens entsprechend schützen, gezwungenermaßen ein Urteil verkünden ohne Irrtümer. Wenn sich die Heiligen irren, dann um so mehr noch jene, die es nicht sind (und besonders, jene die sie verurteilen, manchmal bis zur Verdammnis).

Obwohl (Papst) Pius XII. in Rom am 24. Juni 1956 zur Segnung der Ikone des Barmherzigen Jesu voranschritt, wurde eine „Notifikation über die Heilige Maria Faustina “ des Heiligen Offiziums (dem aktuellen CDF) am 6. März 1959 über die Hl. Faustina (verstorben am 5. Oktober 1938) ausgesprochen, in der die Schriften und auch die Frömmigkeit der Göttlichen Barmherzigkeit nach Faustina verboten wurden – bis dass der CDF am 15. April 1978 einfach nur verkündet, dass diese Notifikation „nicht mehr verpflichtet“.

In dieser Notifikation wurde das nachfolgende vermerkt:

    a. Das Verbreiten von Bildern und Schriften, welche die Frömmigkeit an die Göttliche Barmherzigkeit nach dem Vorschlag der besagten Schwester Faustina zum Ausdruck bringen, verboten werden muss.

    b. Die Bischöfe sind zur Bedachtsamkeit aufgerufen, damit sie sicherstellen können, dass die beschriebenen Bilder beseitigt werden, welche bereits zur Verehrung benutzt wurden

    Aus dem Palast des ’Heiligen Offiziums’, am 6. März 1959 Hugh O’Flaherty, Notar.

Der künftige Selige Johannes-Paul II. eröffnete im Jahre 1966 den Seligsprechungs-Prozess der Schwester Faustina. Dann, wurde Schwester Faustina (durch ihn, den Papst) am 30. April 2000 Heilig gesprochen.

3) Nihil Obstat und Imprimatur zugleich mit der Notifikation

Die Geschichte der Heiligen Faustina ist bloß ein Beispiel unter vielen. Man kommt nicht umhin, eine Parallele zwischen Vassula und der Heiligen Faustina zu ziehen.

Die Männer der Kirche kennen diese Präzedenzfälle. Deshalb wurde am 28. November 2005, trotz der Existenz der Notifikation, das Werk von Das Wahre Leben in Gott durch Bischof Félix Toppo, Bischof von Jamshedpur (Indien) mit einem Nihil Obstat (nichts steht der Rechtgläubigkeit im Wege) ausgestattet und das Censor Libroroum, wie auch das Imprimatur (Druckerlaubnis) wurden durch Bischof Ramon C. Argüelles, Erzbischof on Lipa (Philippinen) ausgesprochen.

Die Kritiker von Vassula haben Unrecht, wenn sie sich darob erstaunen: Dieses Nihil obstat und diese Imprimatur formalisieren lediglich, was Kardinal Ratzinger (jetziger Papst), seinerzeitiger Präfekt der CDF zum Fall Vassula in einer persönlichen Audienz im November 2004 gesagt hatte, damit man weiss, dass die Situation (Notifikation) geklärt ist, das heisst, dass man diese Notifikation im Kontext der Antworten von Vassula auf die fünf Fragen, welche ihr der CDF gestellt hat, gesehen werden muss; Antworten, welche von Kardinal Ratzinger gutgeheißen wurden.

Das Nihil Obstat und die Imprimatur garantieren, dass Das Wahre Leben in Gott keine doktrinalen Irrtümer enthält und der katholischen Moral nicht widerspricht.

4) Die Freiheit zu glauben oder nicht zu glauben

Allerdings sind viele Bischöfe und Kardinäle, die viel zu wenig informiert oder Das Wahre Leben in Gott nicht gelesen haben, bei der einzigen Notifikation aus dem Jahre 1995 verblieben, allerdings nicht alle. Jene, welche Vassula weiterhin unterstützen sind niemandem ungehorsam: Ihre Position ist ganz einfach dieselbe, wie sie Kardinal Ratzinger, seinerzeitiger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre (der heutige Papst Benedikt XVI.) im November 2004 ausgesprochen hat.

Infolgedessen ist der Glaube an die Echtheit von Das Wahre Leben in Gott vollkommen rechtmäßig und ergibt sich aus der Freiheit jedes Gläubigen. Und wenn unerwarterterweise derjenige, der an die Echtheit von Das Wahre Leben in Gott glaubt, jemanden sagen hört, dass er „ungehorsam“ sei, dann kann man diesem ganz einfach mit der Gegenfrage „wer ist wem gegenüber ungehorsam?“ beantworten.

In der Tat, garantieren das Nihil Obstat und die Imprimatur, dass Das Wahre Leben in Gott ohne doktrinale Irrtümer ist, und der katholischen Moral nicht widerspricht – Wie könnte man einen Gläubigen tadeln, der Meinung eines Würdenträgers der Kirche nicht beizupflichten, welcher weiterhin hinausschreit, dass Das Wahre Leben in Gott kein prophetischer Text sei?

5) Eine Notifikation ist kein Dogma

(Anmerkung der Übersetzung: ein Dogma ist eine grundlegende unumstößliche Lehrmeinung)

Deshalb vertreten jene, welche Das Wahre Leben in Gott verteidigen, die Meinung, dass sie, ihrer Seele und ihrem Gewissen entsprechend das Recht haben, sich unter die moralische und geistige Autorität der Kardinäle, der Patriarchen und der Bischöfe zu stellen, welche davon überzeugt sind, dass Das Wahre Leben in Gott ein Charisma für unsere Zeit ist.

Abgesehen von den dogmatischen Definitionen des Papstes ex cathedra, den ökumenischen Konzilen, ist das doktrinale Dokument, welches in der Kirche die größte Autorität besitzt, die Enzyklika.

Die Notifikation ist kein doktrinales Dokument, welches vom Pontifex maximus (Papst) ausgeht und noch weniger eine dogmatische Definition. Im Gegensatz dazu, was die Kritiker von Das Wahre Leben in Gott denken und haben wollen, verfügt die Notifikation nicht über diesen Status. Deshalb haben jene, welche Vassula und Das Wahre Leben in Gott verteidigen, - im Gegensatz zu dem, was die Kritiker behaupten – keinerlei moralische Verpflichtung der Notifikation beizupflichten.

Gérard Pascal
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