Sonntag, 19. November 2017
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Antwort zur Frage 1: Beziehung zwischen WLiG und Offenbarung
Frage 1

Sie wissen sehr genau, dass es sowohl für Katholiken wie für Orthodoxe nur eine Offenbarung gibt, und zwar die Offenbarung Gottes in Jesus Christus, welche in der Heiligen Schrift und in der Tradition enthalten ist. In der katholischen Kirche sind selbst anerkannte "Privat"offenbarungen wie die von Lourdes oder Fatima, auch wenn sie ernst genommen werden, nicht Gegenstand des Glaubens. In welchem Sinn also betrachten Sie Ihre Schriften als Offenbarungen und wie sollten sie von Ihren Hörern und Lesern aufgefasst werden?

Antwort

Vor Beginn meines Rufs und meiner Bekehrung hatte ich nie Katechismusunterricht, geschweige denn Theologie gehabt, noch kannte ich theologische Nuancen wie die oben erwähnten. Diese Unterschiede lernte ich schrittweise unter der fortschreitenden, sanften Führung durch den Heiligen Geist. Ganz am Anfang dieses Rufs war ich sehr verwirrt, und während sich mir mein Engel offenbarte, sagte ich bald: "Aber ich versteh das nicht. Wir haben schon die Bibel, warum also brauchen wir Botschaften?" Mein Engel erwiderte: "So hast du also das Gefühl, dass alles schon in der Bibel gegeben worden ist?" Ich antwortete: "Ja. Deshalb sehe ich keinen Grund für all dies. Ich meine, nichts ist neu." Dann sagte der Engel: "Gott will, dass diese Botschaften gegeben werden." Ich fragte: "Gibt es einen besonderen Grund, weshalb gerade durch mich?" Der Engel antwortete: "Nein. Gott liebt euch alle. Diese Botschaften sind einfach nur eine Mahnung, um euch daran zu erinnern, wie eure Grundlagen begannen" (Botschaten von Mein Engel Daniel, 7. August 1986).

Ein protestantischer Pastor sagte einst, dass es keinen Grund gibt, warum Gott zu uns sprechen würde, wo wir heute die Heilige Bibel haben. Verwirrt sagte ich zu Christus: "Herr, da sind einige Pfarrer, die nicht hören und nicht glauben wollen, dass Du Dich solcherart durch mich offenbaren kannst. Sie sagen, Du, Jesus, habest uns schon die ganze Wahrheit gebracht, und sie brauchen nichts ausser der Heiligen Schrift. Mit anderen Worten: Sie halten diese Offenbarung für falsch." Die Antwort Christi war folgende:

Ich habe euch allen gesagt, dass der Beistand, der Heilige Geist, den der Vater in Meinem Namen senden wird, euch alles lehren und euch an alles erinnern wird, was Ich euch gesagt habe. Ich gebe euch keine neue Lehre, Ich erinnere euch nur an die Wahrheit und führe jene, die sich entfernt haben, zur vollen Wahrheit zurück. Ich, der Herr, werde euch weiterhin aufrütteln durch ’Erinnerer’, und Mein Heiliger Geist, der Beistand, wird immer unter euch sein als der ’Erinnerer’ an Mein Wort. Seid also nicht überrascht, wenn Mein Heiliger Geist zu euch spricht - dieser ’Erinnerer’ gibt euch Meine Gnade, um euch zu bekehren und euch an Meine Wege zu erinnern.

Elf Jahre später bat Mich der Herr an einer anderen Stelle, das Folgende zu schreiben:

Alle diese Botschaften kommen von oben und sind von Mir inspiriert. Sie können gewinnbringend zum Lehren gebraucht werden, und um Irrtümer zu widerlegen. Sie können dazu benutzt werden, die Kirche zur Einheit zu führen und um Menschen in ihrem Leben zu beraten und sie zu lehren, heilig zu sein. Sie werden euch zur besseren Erläuterung[1] der euch schon gegebenen Offenbarung[2] dargeboten. Sie sind eine unerschöpfliche Quelle erstaunlicher Gnade für euch alle, um euch zu erneuern.

Ich glaube, dass es nur eine Offenbarung gibt, und habe nie das Gegenteil behauptet, noch findet man dies in den Schriften. Ich erwarte nicht von den Lesern vom WLIG, dass sie die Botschaften für wichtiger halten als die Heilige Schrift, und ich bin sicher, dass nichts in den Büchern des WLIG all jene, die mich hören und lesen, dazu verleiten kann, anders zu denken. Tatsächlich zitiere ich, wenn ich Zeugnis gebe, ständig viele Stellen aus der Heiligen Schrift, manchmal sogar mehr als die Botschaften selbst. In den Botschaften wird klar und kontinuierlich darauf bestanden, sich auf die Bibel zu konzentrieren und nach ihrer Wahrheit zu leben. Die Niederschriften sind eine Aktualisierung und Erinnerung an die eine und einzige Offenbarung in Christus, enthalten in der Schrift und in der Tradition, überliefert durch die Kirche; sie sind nur eine Berufung auf diese Offenbarung. In der Tat haben diese Niederschriften Leser nie dazu bewogen, sie über die Heilige Schrift zu stellen, aber Zeugen liessen verlauten, dass sie ihnen halfen, das Wort Gottes viel besser zu verstehen. Wir wissen ja, dass Gott uns an Sein heiliges Wort erinnern kann, wenn Er weiss, dass dies zum Nutzen der Kirche notwendig ist. Gnaden dieser Art, denn eine Gnade ist es, beleuchten eine schon bekannte Wahrheit oder machen sie offenbar und liefern ein besseres Verständnis dafür.

Man könnte sich jetzt fragen, warum Gott jemand, der so begrenzt und unwürdig, völlig desinteressiert und unwissend hinsichtlich kirchlicher Dinge ist und der nie nach Gott verlangte, dazu berief, eine "Erinnerung an sein Wort" zu empfangen. Sind nicht die Priester und Theologen dazu berufen, dasselbe zu tun? Doch, das sind sie, und ich hatte nie in irgendeiner Weise die Absicht, den Priestern und Theologen, die Gott in die Pflicht genommen hat, Konkurrenz zu machen. Dennoch glaube ich, dass Gott mich unerwartet durch ein direktes Eingreifen Seinerseits gerufen hat.

Vor kurzem habe ich gelernt, dass das Zweite Vatikanische Konzil betont hat, wie wichtig es ist, dass die Laien ihren Beitrag zur Verbreitung der Frohen Botschaft leisten durch die verschiedenen Gaben, die Gott Seiner Kirche verleiht. In Lumen Gentium erklärt das Konzil eindeutig, dass die Laien am prophetischen Amt Christi teilhaben und dass Christus "Sein prophetisches Amt nicht nur durch die Hierarchie …, sondern auch durch die Laien erfüllt. Sie bestellt Er deshalb zu Zeugen und rüstet sie mit dem Glaubenssinn (sensus fidei) und der Gnade des Wortes aus" (LG, Nr. 35). Jeder Laie hat folglich eine Rolle zu spielen in diesem Dienst am Evangelium entsprechend dem Charisma, das Gott ihm oder ihr gegeben hat, und durch diese Gaben ist er oder sie sogleich Zeuge und lebendiges Werkzeug der Mission der Kirche selbst "nach der Massgabe der Verleihung Christi".

In den meisten klassischen Werken der katholischen Fundamentaltheologie gibt es eine Unterscheidung zwischen der Offenbarung als Reflexion (DIE Offenbarung schlechthin) und der Offenbarung als Erfahrung (meist im Plural: "Offenbarungen"). Wenn ich von meiner demütigen Erfahrung als "Offenbarung" spreche, spreche ich von dieser zweiten Art von Offenbarung, aus der Sicht einer Erfahrung.

Aus der Sicht der Lehre spreche ich von meiner Erfahrung keineswegs als Offenbarung, um DER Offenbarung Konkurrenz zu machen. Genauso wie mein Werk zusammen mit anderen "Privatoffenbarungen" oder "prophetischen Offenbarungen" dem Glaubensgut nichts hinzufügt. Im Gegenteil, Gottes Ruf an mich zielt darauf ab, auf die Fülle der Wahrheit des Glaubensgutes hinzudeuten, um tiefer in diese Wahrheit einzutreten und voller aus ihr zu leben.

Die Konstitution "Dei Verbum" des Zweiten Vatikanischen Konzils hat klargestellt, dass die allgemeine Offenbarung vollständig und vollkommen ist und dass "keine neue Offenbarung mehr zu erwarten (ist) vor der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit" (Dei Verbum, Nr. 4). Andererseits macht "Dei Verbum" deutlich, dass das Volk Gottes beständig das Verständnis dieser Wahrheit vertiefen muss:

"Diese apostolische Überlieferung kennt in der Kirche unter dem Beistand des Heiligen Geistes einen Fortschritt: es wächst das Verständnis der überlieferten Dinge und Worte durch das Nachsinnen und Studium der Gläubigen, die sie in ihrem Herzen erwägen (vgl. Lk 2, 19-51), durch innere Einsicht, die aus geistlicher Erfahrung stammt, durch die Verkündigung derer, die mit der Nachfolge im Bischofsamt das sichere Charisma der Wahrheit empfangen haben; denn die Kirche strebt im Gang der Jahrhunderte ständig der Fülle der göttlichen Wahrheit entgegen, bis an ihr sich Gottes Worte erfüllen." (’Dei Verbum’ Nr. 8).

Seine Eminenz, Kardinal Joseph Ratzinger, hat bezüglich der Beziehung zwischen christlicher Prophetie und Offenbarung sehr ausdrücklich gesagt, dass die These, dass die Prophetie mit der Vollendung der Offenbarung in Christus abgeschlossen ist, Missverständnisse birgt. Seine Position zeigt sich in einem Interview über christliche Prophetie und wiederum in einem Kommentar zur Enthüllung des Dritten Geheimnisses von Fatima. Ich erlaube mir, ihn direkt vom Interview zu zitieren:

"Offenbarung ist wesentlich, dass Gott sich selbst uns gibt, mit uns Geschichte macht und uns wieder vereint und zusammenführt. Sie ist insofern ein Begegnungsereignis, das freilich auch eine Mitteilungsdimension hat und eine kognitive Struktur in sich trägt. Es hat also Implikationen für die Erkenntnis der Wahrheit der Offenbarung. Wenn man das richtig erfasst, heisst das, dass mit Christus die Offenbarung an ihrem Ziel ist, denn - wie Johannes vom Kreuz sehr schön sagt - wenn Gott persönlich gesprochen hat, gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Es kann nichts Weiteres über den Logos gesagt werden. Er ist auf vollkommene Weise unter uns, und etwas Grösseres als sich selber kann Gott nicht geben und nicht sagen. Aber gerade diese Ganzheit der Selbstgabe Gottes - dass er als der Logos nun selbst im Fleisch da ist - bedeutet zugleich, dass wir immer weiter in dieses Geheimnis hineingehen müssen. Insofern verbindet sich das mit der Hoffnungsstruktur. Das Angekommensein ist die Eröffnung einer immer tieferen Bekanntschaft und damit ein allmähliches Erkennen dessen, was in dem Logos geschenkt ist. Gerade damit ist auf neue Weise das Eingeführtwerden in alle Wahrheit eröffnet, wie Jesus bei Johannes sagt, wo er vom Kommen des Heiligen Geistes redet. Ich glaube, dass die pneumatologische Christologie der Abschiedsreden Jesu für unser Thema sehr wichtig ist, insofern Christus erklärt, dass die Ankunft im Fleische nur ein erster Schritt war. Die eigentliche Ankunft vollzieht sich, indem Christus nicht mehr an einem Ort oder an einen lokal fixierten Körper gebunden ist, sondern als der Auferstandene im Geist zu allen kommt, womit auch die Einführung in die Wahrheit ihre immer weitergehende Tiefe empfängt. Insofern scheint mir klar, dass - gerade wenn diese pneumatologische Christologie die Zeit der Kirche bestimmt, also die Zeit des im Geist kommenden Christus ist - das prophetische Element als Hoffnungs- und Vergegenwärtigungselement natürlich nicht fehlen und nicht fallen kann". (’30 Giorni’, Januar 1999)

Genauso beanspruche ich für meine Schriften in keiner Weise einen Status oder eine Autorität, die der Heiligen Schrift nahe kommt. Die Heilige Bibel ist auf unfehlbare Weise inspiriert. Ich glaube demütig, dass der Herr mich berührt hat, damit ich durch Sein direktes Wirken in meiner Seele mit Ihm unterwegs sei, und dass Er mir beisteht, wenn ich zu schreiben berufen bin, doch es ist keine Inspiration im gleichen Sinn, wie die Heilige Schrift es ist, und das Ergebnis ist nicht Unfehlbarkeit, was aber nicht heisst, dass sich doktrinäre Irrtümer in meinen Schriften befinden, denn ich bin mir sicher, dass keine darin sind.

Im Buch von P. Marie-Eugène: ’I am a daughter of the Church’ (Ich bin eine Tochter der Kirche) erinnert er uns daran, wie Gott sich der Seele anpassen kann:

"Gottes direktes Wirken ist also in dem Menschen, von dem es Gebrauch macht, gegründet und ist auf wunderbare Weise an das psychologische Leben der Seele angepasst. Diese Anpassung Gottes sollte als wichtiges Merkmal Seines Eingreifens unterstrichen werden. Gott, der bereit ist, die Sprache menschlicher Zeichen zu sprechen, um uns Sein Licht zu geben, geht in Seiner Herablassung so weit, dass Er Sich bei der Wahl dieser Zeichen an unser Temperament und unsere speziellen Bedürfnisse anpasst, um uns sicherer zu erreichen. Für einen Glauben, der seine Reinheit und Einfachheit bewahrt hat, wird Er eine Sprache mit äusserlich glänzenden Zeichen anwenden, welche den Glauben pulsieren lässt. Für einen Glauben, den der Rationalismus vorsichtig und kritisch gemacht hat, wird Er eine mehr intellektuelle Sprache anwenden."[3]

Kardinal Ratzinger hat gesagt, "dass die Fähigkeit, sich als Wort und Bild eines inneren Kontakts mit Gott einzustellen, selbst im Fall authentischer Mystik immer von den Möglichkeiten und Grenzen der menschlichen Seele abhängt." So erfahre ich das Wort Gottes ohne Anstrengung, in anderen Worten, ohne etwas zu erzwingen - es kommt einfach. Ich empfange diese Mitteilungen (inneren Worte) nämlich auf zwei Arten. Bitte beachten Sie hier, dass ich in keiner Weise beabsichtige zu behaupten, dass ich dieses Phänomen, und wie Gott solches tun kann, perfekt ausdrücken könnte, so ist die unten folgende Erklärung die beste, die ich geben kann:

1. Durch das Aufkommen innerer Worte, d.h. Einsprechungen. Die Worte, die ich vernehme, sind substantiell und viel deutlicher, als wenn ich sie über die Ohren hören würde. Ein einziges Wort kann eine solche Fülle von Bedeutungen enthalten, dass allein deren Verständnis nicht so schnell in menschliche Sprache umgesetzt werden kann. Jedes göttliche Wort oder jede göttliche Unterweisung, die mir zur Belehrung eingegeben wird, entspricht nicht der Art eines Schulunterrichts, welcher vielleicht aufgrund der begrenzten Zeit nicht sofort ganz erklärt werden kann oder der aufgrund der menschlichen Gebrechlichkeit vergessen werden kann oder gar nicht ganz verstanden wird. Die göttliche Unterweisung oder das Wort, das eingegeben wird, wird jedoch innerhalb so kurzer Zeit eingegeben und so ins Gedächtnis eingeprägt, dass es schwerlich vergessen werden kann. Das Licht, das es verbreitet, ist so gross wie ein helles Licht, das weit und breit leuchtet und einem in einem Augenblick eine Fülle an Wissen vermittelt, mehr als allein das Wort selbst. Das eingegebene Wort ist wie ein breiter Fluss, der sich in andere kleine Flüsse aufteilt und einen überall und an verschiedene Orte hinführt, jedoch immer von dem einen Fluss kommend. Bei jedem normalen Unterricht an einer Schule hätte ich Monate zum Lernen gebraucht. Während ich die Worte so stark erfahre, bin ich mir gleichzeitig bewusst, dass die geschriebene Form und die Art, die Worte auszudrücken, trotzdem von meinen begrenzten Fähigkeiten der Sprache und des Ausdrucks abhängen.

2. Die zweite Art, auf die ich die Worte Gottes empfange, ist durch ein Licht des Verständnisses in meinem Verstand, ohne irgendein gesprochenes Wort. Es ist, wie wenn Gott Seinen Gedanken in den meinen überträgt. Ich weiss dann augenblicklich, was Gott will oder sagen möchte. Dann muss ich diese "nicht ausgedrückte Botschaft" so gut ich kann niederschreiben, indem ich meine eigenen Worte wähle.

Später wurde mir hier in Rom gesagt, dass die Heilige Birgitta von Schweden ihre Botschaften auf ähnliche Weise niederschrieb.

Warum der Herr diese spezielle Form, die Botschaften niederzuschreiben, wählte, wobei Er sogar meine Hand ergreift, weiss ich wirklich nicht. Der Herr sagte mir nur, als ich Ihn danach fragte: "Weil es mir so gefällt." So weiss ich also nicht, wie das geschieht. Ich möchte allerdings hervorheben, dass Theologen, die auch Experten in Graphologie sind und meine Schriften untersucht haben, sie "hieratisch" nannten und viele tiefschürfende Unterschiede zwischen meiner Art zu schreiben und dem sogenannten automatischen Schreiben beobachteten. Ich habe später erfahren, dass bekannte Mystiker wie Theresia von Avila die Entrückung ihres Körpers oder manchmal eines Teils ihres Körpers erlebt haben. Ich glaube, dass dies eine abgeschwächte Form der Entrückung meiner Hand ist, und vertraue darauf, dass der Herr Seine eigenen Gründe dafür hat.

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